Seenotrettung: Appell aus der Münsteraner Zivilgesellschaft an OB Lewe

7.08. 2018 – In der vergangenen Woche meldete sich Münsters OB Markus Lewe in der Presse zum Thema Seenotrettung zu Wort. Im Vorhinein hatten sich sowohl der Verein Eine Welt Netz NRW als auch die Initiative „Münster – Stadt der Zuflucht“ in Briefen an den OB gewandt, mit der Aufforderung, Seenot-Gerettete in Münster aufzunehmen bzw. sich der Initiative der Städte Köln, Bonn und Düsseldorf anzuschließen.

Der OB suggerierte allerdings in der Presse, in Münster sei eine Aufnahme Seenot-Geretteter „kaum noch zu vermitteln“. Die Initiative „Münster – Stadt der Zuflucht“ und viele andere sind Angaben zufolge vom Gegenteil überzeugt. Das hätten die vergangenen Tage und Wochen gezeigt, in denen eine breite, bunte und laute Münsteraner Zivilgesellschaft auf der Straße und in den sozialen Medien demonstrierte: für Solidarität mit der Seenotrettung und gegen eine Kriminalisierung der zivilen Hilfsorganisationen. „Münster – Stadt der Zuflucht“ ist der Meinung, dass OB Lewes Wort nicht unwidersprochen im Raum stehen bleiben düfe.

„Daher haben wir einen „Appell aus der Münsteraner Zivilgesellschaft“ verfasst und diesen in den letzten zwei Tagen an verschiedene gesellschaftspolitische Arbeitsgruppen und Einzelpersonen in Münster geschickt. In dieser kurzen Zeit schlossen sich in einem beispiellosen Ausdruck zivilgesellschaftlichen Engagements mehr als 150 unterzeichnende Mitbürger*innen sowie fast 30 Gruppen dem Appell an“,“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Weiter ist in der Mitteilung zu lesen: „Für die Unterzeichner*innen gilt die besondere historische Verantwortung Münsters als Stadt des Westfälischen Friedens. Sie positionieren sich gegen die ständige Reproduktion kurzsichtiger politischer Thesen, die sich nur an Legislaturperioden und nicht an den größeren Herausforderungen unserer Zeit orientieren“.

Der Appell ist online einsehbar. Unterschriften von Einzelpersonen und Arbeitsgruppen werden weiter gesammelt und bis zum 19. September 2018 in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht.

Interessierte sind gebeten, ihre Mitzeichnung über die Facebook-Website der Initiative „Münster – Stadt der Zuflucht“ oder die Email-Adresse stadt-der-zuflucht-ms(at)gmx.net kundzutun.

Am 19. September wird im Rat der Stadt Münster eine Einwohner*innenfrage zum Thema verhandelt. Der Appel dient auch dazu, zu dieser Debatte einen nachhaltigen Beitrag aus der Zivilgesellschaft zu leisten.

Mehr zu diesem Thema:

OB Lewe und die Seenotrettung: Verrat an den eigenen Idealen

Bislang durfte man denken, in Münster tickten die Unionsuhren noch ein wenig anders. Anders als in Bayern oder in Sachsen. Doch auch die hiesige CDU bleibt vom rechtspopulistischen Turn in der Union offensichtlich nicht verschont. Anders lasse sich die Absage von Oberbürgermeister Markus Lewe an die solidarische Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen in unserer Stadt nicht erklären, schreibt Dr. Jesper Reddig von der Initiative “Münster – Stadt der Zuflucht” in seinem Gastbeitrag in „Die Wiedertäufer“

http://wiedertaeufer.ms/ob-lewe-und-die-seenotrettung-verrat-an-den-eigenen-idealen/

Münster kann weitere Geflüchtete aufnehmen – Lewes Oberflächlichkeit ist unerträglich (DGB Münster)

http://muensterland.dgb.de/++co++ad0be86a-9628-11e8-8fc0-52540088cada

Münster: OB Lewe will keine Flüchtlinge aus Seenotrettung aufnehmen/GGUA verständnislos

https://munstertube.wordpress.com/2018/08/04/muenster-ob-lewe-will-keine-fluechtlinge-aus-seenotrettung-aufnehmen/#more-242

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